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Segeltörn mit dem Plattbodenschiff und Fahrtenwettbewerb 2009 Drucken E-Mail
Traditionelle Plattbodentörns im Wattenmeer und Ijsselmeer
Ein Bericht von Michael Horsch

Im Rahmen des dritten Wintertreffabends fand die Siegerehrung des diesjährigen Fahrtenwettbewerbs statt. Mit Hermann Jeppel und Dr. Elmar Luxem konnten sich zwei Vereinsurgesteine die beiden obersten Plätze auf dem Treppchen sichern.

Im Rahmen des Wintertreffs im Clubhaus am Nievenheimer See konnten die Teilnehmer diesmal nicht nur einen spannenden Vortrag genießen, sondern auch an der Preisverleihung des diesjährigen Fahrtenwettbewerbs teilnehmen. Nomen est omen, denn zum Wintertreff bot die verschneite Zufahrt und Umgebung das passende Ambiente.

Gut gelaunt und wie immer bestens vorbereitet referierte Hans-Leo Weber über das Wattenmeer und die speziellen Aspekte des Wattenmeersegelns. Der Ausbildungsleiter des YCBL, der bekannt ist für seine eingängige Didaktik, in dem er theoretisches und praktisches Wissen mit Anekdoten aus seinem langen Segelleben garniert, wusste auch diesmal die Teilnehmer zu fesseln.

Reduzieren lässt sich das Wattenmeersegeln auf drei Aspekte: Alles ändert sich ständig, die Natur bestimmt das Segeln hier noch nachhaltiger, und gute Vorbereitung und Erfahrung ist wichtiger als modernste Ausrüstung. „Wer vor sich eine Möwe auf einem Bein im Wasser stehen sieht, sollte allmählich ins Nachdenken (und Handeln) kommen“, gab Hans-Leo Weber zum Besten, „ und wer nicht weiß, was ein Fenderbrett ist, sollte mal zu mir in die Ausbildung kommen!“ Wohl wahr, wie alle SKS-Auszubildenden wissend bestätigen können. Selbst die Grundausrüstung holländischer Boote, die eine vier Meter lange Stakstange mit sich führen, war Thema.

Nicht nur der Vortrag über das Wattenmeersegeln war interessant, sondern auch der nachfolgende Film. Der übrigens nicht wie angekündigt im Wattenmeer spielte, sondern im Ijsselmeer, wie Hans-Leo Weber schmunzelnd zugab, was die Stimmung im Clubhaus aber eher noch fröhlicher machte.
Gedreht im Jahr 2007 von Max Keil, führte der Film die Teilnehmer ins Ijsselmeer, auf einem Plattbodenschiff des Typs Lemsteraak. Max Keil ist kein Vereinsmitglied und auch kein Segler und vermittelte den Anwesenden eine andere Sicht auf den Törn, die „uns als Seglern möglicherweise etwas abhanden gekommen ist“, wie Hans-Leo Weber nachdenklich anmerkte.

Von Heeg über Stavoren bis Enkhuizen und Hoorn führte der Törn, wobei die einzelnen Szenen von viel Lokalkolorit und dichter Atmosphäre neben dem eigentlichen Segeltörn geprägt waren. So erfuhren die anwesenden Gäste, dass die Stadt Hoorn ihr 650-jähriges Bestehen gefeiert hat und das berüchtigte Kap Hoorn nach eben dieser Stadt benannt wurde.

Nach so viel Information gönnten sich die Anwesenden eine kleine Pause, bevor Hermann Jeppel zur Verleihung der Pokale des Fahrtenwettbewerbs 2009 läutete. Die Auswertung der eingereichten Fahrten nahmen Hermann Jeppel und Peter Thoben am 27. November 2009 auf Grundlage der Regeln der Kreuzerabteilung des DSV vor. Mit insgesamt sieben Teilnehmern, 1.562 zurückgelegten nautischen Meilen, 2.036 gefahrenen Kilometern und unglaublichen 487 Schleusen war der Fahrtenwettbewerb gut besetzt.
img_5656_200Im Bereich Küsten-/Binnen-Törn erzielte Abonnementssieger Dr. Ulrich Schüssler mit 1.489 Punkten diesmal einen beachtlichen dritten Platz knapp hinter Bernd Afdring mit 1.537 Punkten. Klarer Sieger der Klasse 2 und damit für ein Jahr Inhaber des Wanderpokals wurde „Schleusenkönig“ Dr. Elmar Luxem mit 4.703 Punkten, die er bei seiner Rundreise durch Frankreich erfahren hat. Es bleibt zu hoffen, dass er beim nächsten Wintertreff von dieser Reise ausführlich berichtet.
In der Klasse 1 Hochsee-/Seetörn ehrte Hermann Jeppel Vieth-Peter Kiel auf dem vierten Platz mit 418 Punkten sowie Jürgen Marschke mit 870 Punkten auf dem dritten Platz knapp hinter Peter Gustmann mit 886  Punkten.
Zur Verleihung des ersten Platzes übergab Hermann Jeppel das Moderationsruder an Peter Thoben, der sich mit der scherzhaften Bemerkung „Jetzt kommt der Preis für die richtigen Segler!“ besonders bei den Binnenschiffern perfekt einführte. Um anschließend mit dem nötigen Ernst den ersten Platz zu verkünden und damit den Wanderpokal der Klasse 1 an Hermann Jeppel zu übergeben, der mit deutlichem Abstand und insgesamt 1.516 Punkten den Fahrtenwettbewerb 2009 in der Klasse 1 für sich entschied.

Nach einer gemeinsamen Fotorunde der Geehrten und abschließendem, ausgiebigem Klönschnack endete der dritte Wintertreff.


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